Massschuhe — 
Wie läuft die Bestellung ab?

Viele Männer träumen vom perfekten Schuh. Was sie darunter verstehen, hängt von vielen Faktoren ab. Die einen haben seit ihrer Kindheit Probleme, passende Schuhe zu finden. Andere suchen Individualität und Handarbeit. Und nicht wenige den ultimativen Luxus und den Status der damit einhergeht, Massschuhe zu tragen.

Die Bestellung eines Massschuhs läuft nach einem bewährten Ritual ab, das nur in Details variiert wird. Meistens sucht der Kunde zunächst ein Modell aus oder beschreibt seine Wünsche. Er kann auch Fotos oder Schuhe als Referenz mitbringen. Dann wählt er das Leder aus den mitgebrachten Proben des Schuhmachers aus und entscheidet sich für die Art der Sohle. Leder ist die klassische Wahl, Kunststoffsohlen sind wetterfest und dämpfen den Auftritt.

Nun wird der Fuss vermessen. Meistens wird zuerst der Umriss der Füsse sowie ein Seitenriss mit Bleistift auf Papier gezeichnet. Längen und Umfangmasse nimmt der Schuhmacher am bestrumpften Fuss mit dem Massband. Oftmals wird auch ein Sohlenabdruck mit Hilfe von Blaupapier oder sogar als dreidimensionale Abformung in Schaum vorgenommen. Besonderheiten des Fusses oder der Zehen registriert der Handwerker mit den Augen oder werden von ihm ertastet. Der Kunde sollte jetzt auch sagen, wie er sich die Passform des Schuhs vorstellt und auf Empfindlichkeiten und Problemzonen hinweisen. Die Bestellung ist damit abgeschlossen.

Der Handerker fertigt zuerst den Leisten aus Buchenholz, ausserdem muss er das Schnittmuster für den Schaft konstruieren. Dieses Schnittmuster ergibt die Schablonen für die Einzelteile des Schafts sowie des Futters. Zunächst schneidet der Schuhmacher mit Hilfe der Schablonen einen Schaft aus einem Lederrest zu und baut einen Probierschuh mit Korkabsatz. Bei der ersten Anprobe zieht der Kunde diesen Schuh an und läuft ein wenig damit auf und ab. Manche Kunden nehmen den Probierschuh auch mit nach Hause und tragen ihn über einen längeren Zeitraum. Normalerweise reichen aber ein paar Minuten aus.

Der Schuhmacher macht sich mit einem Stift aussen am Probierschuh Notizen, z. B. vermerkt er Partien, an denen das Leder zu viele Falten wirft beim Abrollen oder Stellen, an denen der Schuh drückt. Manchmal wird der Probierschuh auch aufgeschnitten und von innen untersucht. Nötigenfalls wird anschliessend der Leisten überarbeitet. Nun wird der Schaft aus dem ausgewählten Leder zuschnitten und zusammengenäht und über den verbesserten Leisten gezogen. Dann vernäht der Schuhmacher den Schaft mit Brandsohle und Rahmen und doppelt anschliessend die Laufsohlen auf den Rahmen auf. Diese Phase dauert noch einmal etwa zehn Wochen. Insgesamt dauert der ganze Prozess vom Massnehmen bis zum Ausleisten, also dem Herausziehen des Leistens aus dem fertigen Schuh, zwischen 60 und 80 Stunden.

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