Massanzug — 
Wie läuft die Bestellung ab?

Die erste Begegnung zwischen Kunde und Herrenschneider ist ein wichtiger Moment für beide Seiten. Denn eine „gute Chemie“ ist wichtig für das Gelingen der Zusammenarbeit. Der Schneider wird schon bei der Begrüssung seine Augen diskret über die Figur seines Gegenübers wandern lassen, um Besonderheiten in Wuchs und Haltung zu erkennen.

In aller Regel werden als erstes Stil und Einsatzbereich des Anzugs festgelegt.
Soll der Anzug im Büro getragen werden, handelt es sich um einen Freizeitanzug, darf er extravaganter ausfallen? Danach wird der Stoff ausgewählt. Der Einsatzbereich des Anzugs engt die Stoffauswahl in aller Regel ein. Wenn der Kunde sich vorher ein paar Gedanken gemacht hat, kann der Schneider sehr zielgerichtet Vorschläge machen.

Anschliessend wird das Grundmodell festgelegt, also Einreiher oder Zweireiher, mit Weste oder ohne. Danach geht es um die kleineren Details. Wie viele Knöpfe soll die Jacke haben und sie werden sie positioniert? Sollen die Taschen Patten haben oder nicht? Sitzen sie schräg oder waagerecht? Soll auch die Brusttasche eine Patte bekommen? Wie viele Knöpfe sollen am Ärmelabschluss sitzen, drei, vier oder nur einer? All diese vermeintlichen Kleinigkeiten prägen den Gesamteindruck des fertigen Anzugs. Man kann sie nach eigenem Gutdünken bestimmen oder dem Rat des Schneiders folgen, im Allgemeinen gilt aber die Empfehlung: je schlichter, desto zeitloser.

Wenn der Schnitt der Jacke und ihre Details feststehen und über die Weste entschieden ist, muss die Hose diskutiert werden. Es gibt viele Optionen: Mit oder ohne Bundfalte, mit Gürtelschlaufen oder verstellbarem Bund, mit Knöpfen für Hosenträger oder ohne, mit oder ohne Umschlag, mit angeschrägtem oder waagerecht geschnittenem Saum. Abgesehen von den persönlichen Vorlieben sollten auch Traditionen beachtet werden, etwa die klassische Regel, dass Hosen zum Cut, Smoking und Frack grundsätzlich keine Umschläge haben. Wenn der Anzug sehr viel getragen werden soll, ist ein zweites Paar Hosen zu empfehlen.

Abschliessend sollte der Kunde dem Schneider noch sagen, wie er sich die Passform des Anzugs wünscht. Eng oder weit. Modern oder klassisch. Weich verarbeitet oder mit stärker ausgeformt. Auch bei Position und Grösse des Armlochs sollte der Kunde seine Vorlieben äussern. Wenn alles besprochen ist, kann der Schneider mit dem Massnehmen beginnen. Dabei geht jeder Schneider ein bisschen anders vor. Grundsätzlich misst aber jeder Schneider die Körperhöhe, den Umfang von Brust, Taille, Gesäss, die Schulterbreite, die Länge der Arme, die innere und die äussere Beinlänge sowie manchmal den Umfang der Beine an Oberschenkel, Knie und Wade. Manche Schneider nehmen auch noch Masse für die Position des Armlochs oder die Tiefe des Westenausschnitts, das hängt von der jeweiligen Arbeitsweise ab.

Zeen is a next generation WordPress theme. It’s powerful, beautifully designed and comes with everything you need to engage your visitors and increase conversions.

Top 3 Stories